Die ausgezeichneten Konzepte im Einzelnen:
"Uns geht's gut"!
Reinhard Wiesemann, Essen
Der Essener stellt sich eine Anzeigen/Plakatserie vor, bei der fröhliche Leute über die Schwierigkeiten der Vergangenheit triumphieren, Motto „Uns geht's gut!" Da könnte z.B. ein Segler mit Eiscreme in der Hand vor dem alten Förderturm am Baldeneysee zu sehen sein, oder ein Musiker mit glänzend poliertem Instrument vor einem technischen Industriedenkmal-Detail in der Jahrhunderthalle posieren. Auch einen gut gekleideten Designer, der mit seinem Notebook auf einer Grünfläche auf Zollverein sitzt, kann sich der Initiator des Essener Unperfekthauses als Plakatmotiv vorstellen.
„Idee ist, zu demonstrieren, wie gut es den Menschen hier im Ruhrgebiet inzwischen geht - das wirkt nach innen (Lokalpatriotismus ist in D ja nicht sehr verbreitet, aber USA, F, I sind voll davon) und nach außen(ein bisschen damit spielen, die anderen neidisch machen)", so heißt es in der Bewerbung.
Konzept Promotion Ruhrgebiet
Volker Großfeld, Dorsten
Der Buchautor und Motorrad-Journalist ist viel unterwegs. Auf seinen Touren per Motorrad und Trike will er Ruhrgebiets-Botschafter die Region vertreten. Dabei sollen die Fahrzeuge durch Airbrush-Bilder zum „Spiegel des Ruhrgebiets" werden. Zusätzlich will er mit seiner Comedy-Figur „Bennat Biker" für die Region werben. Für die Aktion sucht Volker Großfeld noch Mitstreiter.
„Der ernsthafte Wille zur Verwirklichung der Zukunftsfähigkeit des Ruhrgebietes ist zwar da, aber es muss auch anderen klargemacht werden, sich mit neuen Ideen selbst einzubringen, Akzente zu setzen und sich weiter zu entwickeln. Das gelingt aber nicht durch ganzseitige Zeitungsanzeigen oder Werbespots, sondern durch Gespräche und die Einbeziehung der Menschen. Wir glauben, dass noch genug Kreativität vorhanden ist, man muss sie nur bündeln", so Großfeld.
Mehr zu dem Projekt unter http://www.grossfeld-online.de/html/visionen.html
Kochevents an ungewöhnlichen Orten
Heinrich Wächter, Gelsenkirchen
Wurstsalat im Betonmischer, Kartoffelsalat in der Spießgrube oder Panhas auf der Pannschüppe – Heinrich Wächter verlegt seine Küche dorthin, wo die Menschen sind. Bodenständiges soll es sein, gebrutzelt auf der Schrotthalde oder auf dem Bolzplatz – und als „Event" organisiert. Diese Grundidee erweitert der Vorsitzende des Köche-Clubs Gelsenkirchen und Bürger des Ruhrgebiets noch um spezielle Veranstaltungen wie „Kochen mit Ruhrgebiets-Comedians", „Kochen mit dem Nachwuchs" oder die „Kulinarische Rallye".
„Im Ruhrpott darf es gerne handfest sein... Die Region ist kulinarisch gesehen ein Eintopfland. Immer gleich und doch immer anders: Kartoffeln, Fleisch und Gemüse köcheln gemeinsam vor sich hin, weil man in früheren Zeiten nur eine Feuerstelle hatte und deshalb auf das Kochen in einem Pott angewiesen war – eine frühe Definition von „Der Pott kocht..."", so schreibt Wächter in seiner Bewerbung.
Kalender mit Ruhrgebietsmotiven
Doris Völpel, Essen
Weil Sie im Handel keinen passenden Kalender mit Ruhrgebietsmotiven finden konnte, kreierte Doris Völpel einfach selbst einen. Der Fotokalender entwickelte sich zum beliebten Geschenk in ihrem Freundeskreis. Nun stellt sie die Einzelstücke schon seit drei Jahren zusammen. Die Vorlage für die aktuelle Ausgabe 2008 reichte sie zum CHOR-Wettbewerb ein.
„Vielleicht sollte ein solcher Kalender, der nicht nur eine Stadt, sondern eine Region als Motiv hat, in Zukunft angeboten erden, damit nicht noch mehr Interessenten vergeblich suchen", so Doris Völpel.
Deutsch-tschechischer Schüleraustausch
Hauptschule Kirchhellen, Bottrop
Das Thema Ruhrgebiet stand im Mittelpunkt des sechsten deutsch-tschechischen Schüleraustauschs der Hauptschule Kirchhellen im Jahr 2006. Schon im Vorfeld tauschten sich die Schüler per E-Mail über ihre jeweiligen Heimatregionen aus, schickten Berichte, Fotodokumentationen und Videoaufnahmen. Für die Bottroper Schüler standen dabei vor allem die Historie und die Kultur des Ruhrgebiets im Mittelpunkt. Darauf war auch das Besuchsprogramm ausgerichtet: Mit ihren Gästen besuchten sie das Bergbaumuseum Bochum, den Tetraeder, aber auch den Heidhof oder ein Gründer- und Technologiezentrum.
„Der Austausch trug in großen Maße dazu bei, eine positive Botschaft für das Ruhrgebiet auszusenden und das Image der Region nach außen zui stärken. Gleichzeitig wurde die Identifikation der Schüler sowie aller beteiligten Personen mit dem Ruhrgebiet gestärkt", heißt es in der Bewerbung.
Reiseführer
Klasse 7c der Luisenschule, Mülheim an der Ruhr
Die Schüler wurden für ihren selbst gestalteten Ruhrgebiets-Reiseführer mit Schwerpunkt Mülheim R. ausgezeichnet. Die ganze Klasse hat sich engagiert beteiligt, hat gemalt; Collagen geklebt und eigene Texte verfasst. Von Sehenswürdigkeiten, über Angebote in den Bereichen Freizeit, Bildung und Sport wurden die Informationen zusammengetragen und verarbeitet.
Gastgeber
Christel, Sonja, Joana, John-Peter und Axel Krischbach, Duisburg
Die Krischbachs wurden nicht für eine Projektidee, sondern für ihr Engagement als Gastgeber ausgezeichnet. Die Duisburger Familie hat Freunden aus China in zwei Tagen einen unvergesslichen Eindruck vom Ruhrgebiet vermittelt und die bunte Tour wischen Blue Man Group, Tour de Ruhr und Ski-Ausflug dokumentiert.
„Auch mir als Pro-Ruhrgebietler und leidenschaftlicher Bewohner von Schimanski-Town hat diese kleine Exkursion viel gegeben. Was hatte ich nicht noch alles vor mit unseren Gästen? Aber in dermaßen kurzer Zeit lässt sich wirklich kaum mehr besichtigen.
Es hat alle Teilnehmer neugierig auf mehr gemacht. Nicht nur diese weit her gereisten Gäste aus China mussten feststellen: „Der Pott ist grün, nette Leute überall, schön und echt interessant", so das Fazit von Axel Krischbach.
Spannendes Ruhrgebiet
Krimi-Stammtisch Ruhr, Essen (Mischa Bach, Reinhard Jahn, Ulrike Renk, Gesine Schulz, Ursula Sternberg)
Die Autoren haben unter http://ruhrkrimi.blogg.de ein eigenes Portal für ihr Projekt aufgebaut. Hier bieten sie u. a. Führungen und Touren zu Schauplätzen ihrer Kriminalromane bzw. -Stories zwischen Duisburg und Dortmund an. Zum Konzept gehört auch „Rent-a-Krimi": Mitglieder des Krimi-Stammtischs Ruhr schreiben Kurzkrimis für bestimmte Interessenten aus der Region (andere Vereine, Institutionen, bestimmte Örtlichkeiten etc.)
Ruhrgebiets-Reporter 2008
Jugendmedienzentrum Deutschland e.V, Essen
Das Jugendmedienzentrum will 30 junge Journalisten aus allen Teilen des Landes einladen, zu einem Recherchewochenende mit integrierter Schreibwerkstatt ins Ruhrgebiet zu kommen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Industriekultur, Strukturwandel und die Kulturhauptstadt Europas 2010. Die besten Beiträge, die hier entstehen, werden ausgezeichnet.
„Mit der Veranstaltung Ruhrgebiets-Reporter und einem dazugehörigen Schreibwettbewerb motiviert die Region junge Journalisten, sich redaktionell mit ihr, ihrer Kultur und den Menschen zu beschäftigen und knüpft Kontakt zu zukünftigen Multiplikatoren", so leitet das Jugendmedienzentrum die Bewerbung ein.
Kampagne "Ruhri 2010"Redaktionsbüro Ruhrie,
Rainer Rettinger, Essen
Mit einer Anzeigen-Kampagne will das Redaktionsbüro Ruhrie die Menschen auf die Kulturhauptstadt 2010 einstimmen. 15 Motive umfasst die Idee – vom Baldeneysee als „dem Ruhri sein Café del Mar" über das Fördergerüst der zeche Zollverein als „dem Ruhri sein Eiffelturm" bis hin zum Tetraeder als „Gizeh des Reviers".
Die Kampagne sei „eine Mischung aus Eigenlob, Stolz und augenzwinkernder Selbstironie", so Rettinger. „Wichtig erscheint uns, die die Bewohner des Ruhrgebiets – die Ruhris – auf die Reise zu dem spannenden RUHR.2010 einzustimmen, zu begleiten und zu begeistern."
Vier Aktionsideen
Die Vierma, Köln (Anja Balzer, Julia Glabasna, Corinna Buggert, Franka Fieseler)
Gleich vier Ideen für das touristische Konzept des Ruhrgebiets kommen aus Köln und Bochum. Die Vierma schlägt u.a vor, eigene Motive für „Urlaubsgrüße aus dem Ruhrgebiet" zu schaffen. Bei Theateraufführungen oder Festen sollen Besucher die Möglichkeit erhalten, sich selbst nach ihren Wünschen vor der Kulisse ihrer Wahl zu fotografieren. Die ausgedruckte Postkarte kann vor Ort beschriftet und verschickt werden.
Die Idee des „Alternativen Servicepoints" bezieht sich auf die Begrüßung von Gästen an Bahnhöfen: Charmante Berater an speziellen Servicestationen der Hauptbahnhöfe erläutern des Gästen, was die jeweilige Stadt auch jenseits der sowieso schon bekannten Touristenpfade kulturell zu bieten hat.
Für die Idee „Ein Zug durch's Revier" will die Vierma in Zusammenarbeit mit der Bahn auf der Strecke der Regionalexpresse RE 1 und RE 6 ausgewählte Züge als fahrendes Museum verkehren lassen. Entsprechend kostümierte Schauspieler bieten in kurzen Spielszenen und unterhaltsamen Erläuterungen den hautnahen Kontakt mit geschichtlichen Ereignissen und wissenswerten Fakten.
Das Konzept „Das Ruhrgebiet privat" setzt auf Individualität: Besucher des Ruhrgebiets verbringen ein Wochenende mit einem einheimischen Künstler inklusive selbstgekochtem Abendessen, Übernachtung und Frühstück in dessen privater Wohnung und privatem Umfeld.
Der Gastgeber gestaltet für interessierte Ruhrgebietsbesucher ein Wochenende, in dessen Verlauf er seinen Gästen Einblick in sein privates Umfeld gewährt, ihnen seine Lieblingsorte präsentiert und sie an seinen favorisierten Freizeit- und Ausgehaktivitäten teilhaben lässt.
„Auf diese Weise behält er sein Wochenende im Ruhrgebiet als etwas ganz besonderes in Erinnerung und macht in seinem Bekanntenkreis Werbung für die von ihm besuchte Stadt, ihre Kneipen- und Kulturszene und nicht zuletzt für die offene, gastfreundliche Wesensart ihrer Bewohner", wirbt die Vierma für ihre Idee.